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Drayage, Demurrage und Detention in den Häfen von Los Angeles und Long Beach

Aktualisiert

Dieser Ratgeber richtet sich an Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, deren volle Container über die Häfen von Los Angeles und Long Beach in die USA gehen. Er erklärt, wie Drayage funktioniert, worin sich Demurrage und Detention unterscheiden, was die FMC heute auf jeder Rechnung verlangt und wie Sie beide Gebühren von Ihrer Rechnung fernhalten.

Was Drayage in den Häfen der San Pedro Bay ist

Drayage ist die kurze Lkw-Fahrt eines Containers zwischen einem Seeterminal und einem nahe gelegenen Ort: einem Lager, einer Transload-Anlage, einem Bahnterminal oder einem Containerdepot. In den Häfen von Los Angeles und Long Beach, die nebeneinander an der San Pedro Bay liegen, hat eine Drayage-Fahrt im Import normalerweise drei Etappen: Der Fuhrunternehmer holt den beladenen Container am Terminal ab, liefert ihn zur Entladung und bringt den Leercontainer zurück zum Terminal oder zu einem Depot, das die Reederei nennt.

Drayage ist eine von der Seefracht getrennte Leistung, wenn Ihre Buchung keine Zustellung enthält. Bei einer Buchung von Hafen zu Hafen muss jemand den Fuhrunternehmer beauftragen, die Freigabe des Containers prüfen, einen Terminaltermin sichern und die Rückgabe des Leercontainers planen. An jedem dieser Schritte läuft eine Uhr, und diese Uhren erzeugen Demurrage und Detention.

Abbildung 1 Ein Importcontainer auf dem Weg durch den Hafen und die Uhren, die dabei laufen
  1. Uhr für Demurrage Am Terminal entladen Der Container kommt vom Schiff und ist nach der Freigabe verfügbar
  2. Ausfahrt Abholtermin Der Fuhrunternehmer holt den beladenen Container mit einem Chassis ab
  3. Uhr für Detention Zustellung und Entladung Entladung mit wartendem Lkw oder später nach dem Absetzen
  4. Uhr stoppt Rückgabe des Leercontainers Der Leercontainer geht zurück zum Terminal oder zu einem benannten Depot

Bevor der Container in Kalifornien ankommt, hat er aus der DACH-Region meist schon einen längeren Vorlauf hinter sich. Deutsche Ware geht oft über Hamburg oder Bremerhaven. Schweizer Container erreichen Rotterdam häufig per Rheinschiff oder Bahn über die Schweizerischen Rheinhäfen in Basel, die sich als Drehscheibe am Korridor Rotterdam-Basel-Genua beschreiben. Österreichische Ware läuft über Nordseehäfen oder zunehmend über Koper, das Hamburg laut Industriemagazin als wichtigsten Transithafen für Österreich überholt hat. Für die Westküste berichtet Container News von einem direkten Dienst von CMA CGM und ONE, der seit Mitte September 2026 unter anderem Antwerpen und Bremerhaven mit Los Angeles verbindet. Welche Route für Ihre Sendung passt, klären Sie mit Ihrem Spediteur, die Uhren in diesem Ratgeber beginnen in jedem Fall erst im US-Hafen.

Geht Ihre Ware weiter an Amazon, beschreibt unser Ratgeber von den Häfen Los Angeles und Long Beach zu Amazon FBA den ganzen Weg bis zu Wareneingang und Vorbereitung. Dieser Ratgeber bleibt auf der Hafenseite: bei der Lkw-Fahrt und den Kosten rund um sie. Er geht von vollen Containern aus. Ist Ihre Sendung kleiner, lesen Sie FCL oder LCL: Seefracht in die USA, denn LCL-Ware wird an einer Container Freight Station abgeholt und nicht als ganzer Container.

Verfügbarkeit, Sperren und Terminaltermine

Ein Container kann auf dem Terminal stehen und trotzdem noch nicht abholbereit sein. Bevor ein Fuhrunternehmer ihn holen kann, müssen meist drei Bedingungen erfüllt sein:

  • Der Container ist entladen und verfügbar. Terminals zeigen einen Container als verfügbar an, sobald er vom Schiff und im Lagerbereich ist. Wenn die FMC Demurrage prüft, achtet sie darauf, ob Freizeit und Gebühren daran gebunden sind, wann die Ware tatsächlich abholbereit ist.
  • Es bestehen keine Sperren mehr. Übliche Sperren (Holds) sind eine Zollsperre, die Sperre einer anderen Behörde (etwa der FDA), eine Frachtsperre bis zur Zahlung von Seefracht und Reedereigebühren und eine Reedereisperre wegen fehlender Dokumente. Jede Sperre muss aufgehoben sein, bevor das Tor den Container freigibt.
  • Ein Abholtermin ist gebucht. Die meisten Terminals in Los Angeles und Long Beach arbeiten mit Terminsystemen. Ihr Fuhrunternehmer bucht ein Zeitfenster, und Termine können knapp werden, wenn ein großes Schiff entlädt oder ein Terminal seine Öffnungszeiten einschränkt.

Praktisch heißt das: Freigabe und Termin liegen ab dem Tag der Schiffsankunft in Ihrer Verantwortung oder in der Ihres Dienstleisters. Wer mit den Papieren wartet, bis die Ankunftsmeldung (Arrival Notice) da ist, verliert am häufigsten freie Tage. Bei einer Reise von Nordeuropa an die Westküste haben Sie genug Zeit, alles vor der Ankunft vorzubereiten. Nutzen Sie sie.

Chassis: das oft vergessene Teil

Ein Container kann ohne Chassis, das Fahrgestell, auf dem er steht, nicht auf die Straße. In Südkalifornien stammen die meisten Chassis aus gemeinsamen Chassis-Pools und nicht von der Reederei, und der Fuhrunternehmer besorgt meist für jede Fahrt eines. Das hat drei Folgen für Ihre Kosten:

  • Chassis werden pro Tag berechnet. Der Fuhrunternehmer gibt die Chassismiete meist für jeden Tag weiter, an dem das Chassis unter Ihrem Container steht, auch für Tage, an denen es bei Ihrem Lager wartet.
  • Chassis-Engpässe verzögern die Abholung. Fehlen an einem Terminal Chassis, kann ein Container stehen bleiben, während die Freizeit läuft, auch wenn alle Sperren aufgehoben sind.
  • Getrennte Abholorte kosten extra. Muss das Chassis an einem Ort und der Container an einem anderen abgeholt werden, berechnen Fuhrunternehmer oft einen Zuschlag für das sogenannte Split oder die Umsetzung.

Fragen Sie Ihren Fuhrunternehmer, wie Chassis berechnet werden, welchen Pool er nutzt und was passiert, wenn am Abholtag kein Chassis verfügbar ist. Diese Kosten fallen in der Regel nicht unter die unten beschriebene FMC-Abrechnungsregel, die Rechnungen von Reedereien, Terminalbetreibern und NVOCCs betrifft, nicht von Fuhrunternehmern oder Chassis-Anbietern.

Demurrage, Detention und Per Diem im Vergleich

Demurrage und Detention sind beides Gebühren dafür, einen Container länger als die erlaubte Freizeit zu nutzen. Der Unterschied liegt darin, wo der Container steht, während die Gebühr läuft. Im Deutschen ist für beides oft pauschal von Standgeld die Rede, auf US-Rechnungen stehen aber getrennte Positionen.

Demurrage, Detention und Per Diem für Importcontainer in Los Angeles und Long Beach im Vergleich
GebührWo der Container stehtMeist berechnet vonUhr beginnt meistUhr stoppt meist
DemurrageBeladen, im TerminalReederei oder TerminalbetreiberWenn die Freizeit im Terminal endetWenn der beladene Container das Tor verlässt
DetentionAußerhalb des Terminals, beladen oder leerReederei (sie besitzt oder mietet das Equipment)Wenn die Freizeit für das Equipment nach der Ausfahrt endetWenn der Leercontainer zurückgegeben ist
Per DiemAußerhalb des TerminalsReederei an den Fuhrunternehmer, oft an Sie weitergegebenWie bei DetentionWie bei Detention

In der Praxis ist „Per Diem“ der Name, den Reedereien und Fuhrunternehmer oft für Detention verwenden, vor allem wenn die Gebühr dem Fuhrunternehmen nach seinem Equipment-Übergabevertrag (Equipment Interchange Agreement) berechnet und dann an den Eigentümer der Ware weitergegeben wird. Manche Reedereien fassen Demurrage und Detention zu einer gemeinsamen Freizeit zusammen. Lesen Sie den Tarif der Reederei oder Ihren Servicevertrag, um zu sehen, was für Ihren Container gilt.

Bei Demurrage geht es um Terminalfläche: einen beladenen Container, der den Lagerplatz belegt. Bei Detention geht es um Equipment: Der Container der Reederei (und das Chassis darunter) steht für die nächste Buchung nicht zur Verfügung. Sie können Demurrage vermeiden, indem Sie den Container schnell abholen, und trotzdem Detention zahlen, wenn er danach tagelang ungeöffnet bei Ihrem Lager steht.

So funktioniert die Freizeit

Die Freizeit (Free Time) ist die Zahl der Tage, in denen Sie Terminal oder Container nutzen können, bevor Gebühren anfallen. Sie wird durch den Tarif der Reederei, den Tarif des Terminals oder Ihren ausgehandelten Servicevertrag festgelegt. Sie ist nicht gesetzlich geregelt und unterscheidet sich nach Reederei, Terminal, Containertyp und Vertrag. Eine einheitliche Zahl für Los Angeles oder Long Beach gibt es nicht.

Klären Sie vor der Ankunft des Schiffs:

  • Wie viele freie Tage für Demurrage und für Detention gelten und ob sie getrennt oder zusammengefasst sind.
  • Wann jede Uhr beginnt: mit dem Entladen, der Verfügbarkeit oder der Ausfahrt.
  • Ob Wochenenden und Feiertage zählen.
  • Den Tagessatz nach Ablauf der Freizeit und ob er nach einer bestimmten Zahl von Tagen steigt.
  • Den letzten freien Tag für die Abholung und den letzten freien Tag für die Rückgabe des Leercontainers, wie Terminal und Reederei sie anzeigen.

Nach der FMC-Regel muss jede Rechnung für Demurrage oder Detention die gewährte Freizeit, ihr Anfangs- und Enddatum und das Verfügbarkeitsdatum des Containers angeben. Notieren Sie diese Daten bei Ankunft des Containers, damit Sie die Rechnung mit Ihren eigenen Aufzeichnungen abgleichen können.

Ist die Freizeit für Ihre Mengen knapp, lohnt es sich, vor dem Versand mehr Tage in Ihrem Servicevertrag oder mit Ihrem Spediteur in Deutschland, Österreich oder der Schweiz auszuhandeln, statt Gebühren nachträglich zurückzufordern. Unser Ratgeber zu den Kosten eines Imports in die USA zeigt, wo die Hafenkosten in Ihren Gesamtkosten stehen, und Incoterms für den Versand in die USA erklärt, wie Ihre Lieferbedingungen festlegen, wer sie zahlt. Verkaufen Sie zum Beispiel DAP oder DDP (geliefert verzollt) an einen US-Kunden, liegen die Kosten bis zum Bestimmungsort weitgehend bei Ihnen. Regeln Sie Demurrage und Detention dennoch ausdrücklich im Vertrag, denn Verzögerungen kann jede Seite verursachen.

Die FMC-Abrechnungsregel und Ihre Einspruchsrechte

Die US-Seeschifffahrtsbehörde FMC regelt, wie Reedereien, Terminalbetreiber und Non-Vessel-Operating Common Carriers (NVOCCs) Demurrage und Detention abrechnen. Ihre Regel Demurrage and Detention Billing Requirements, kodifiziert in 46 CFR Part 541, trat am 28. Mai 2024 in Kraft. Die Anforderungen an den Rechnungsinhalt in Abschnitt 541.6 warteten auf die Genehmigung nach dem US-Bürokratierecht und traten am selben Tag in Kraft, wie die FMC in einer Mitteilung vom Mai 2024 bestätigte.

Was eine Rechnung enthalten muss

Nach 46 CFR 541.6 muss eine Rechnung für Demurrage oder Detention richtig sein und Folgendes enthalten:

  • Angaben zur Zuordnung: die Nummer des Konnossements (Bill of Lading), die Containernummer, den Entladehafen und die Begründung, warum Sie die für die Gebühr haftende Partei sind.
  • Angaben zum Zeitraum: Rechnungsdatum und Fälligkeitsdatum, die gewährte Freizeit, Anfangs- und Enddatum der Freizeit, das Verfügbarkeitsdatum des Containers (bei Importen) und die konkreten berechneten Tage.
  • Angaben zum Satz: den Gesamtbetrag, den Tarif, Terminaltarif oder Vertrag, aus dem der Satz stammt, und die konkret angewendeten Sätze.
  • Angaben zum Einspruch: einen Kontakt für Fragen und Anträge auf Ermäßigung, einen Link oder Code zu einer öffentlichen Seite mit den für einen Einspruch nötigen Unterlagen und die Fristen für den Einspruch und die Antwort des Rechnungsstellers.
  • Erklärungen: die Bestätigung, dass die Gebühren den FMC-Regeln zu Demurrage und Detention entsprechen und dass die eigene Leistung des Rechnungsstellers die Gebühren weder verursacht noch dazu beigetragen hat.

Fehlen in einer Rechnung Pflichtangaben, ist die belastete Partei nach Aussage der FMC nicht verpflichtet, diese Gebühr zu zahlen (Mitteilung der FMC).

Fristen auf beiden Seiten

  • Ausstellung der Rechnung: Reedereien und Terminals müssen sie innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem letzten Tag stellen, an dem die Gebühr angefallen ist. Tun sie das nicht, müssen Sie sie nicht zahlen (46 CFR 541.7).
  • Ihre Einspruchsfrist: Sie müssen ab Rechnungsdatum mindestens 30 Kalendertage Zeit haben, eine Ermäßigung, Erstattung oder einen Erlass zu beantragen.
  • Die Antwort: Der Rechnungssteller muss versuchen, einen fristgerechten Antrag innerhalb von 30 Kalendertagen zu klären, sofern Sie nicht gemeinsam eine längere Frist vereinbaren (46 CFR 541.8).

Ein Teil der Regel von 2024 gilt nicht mehr. Der Abschnitt, der festlegte, wem eine Rechnung gestellt werden darf, wurde im September 2025 von einem US-Bundesberufungsgericht aufgehoben, und die FMC hat ihn am 29. Dezember 2025 formell gestrichen (Mitteilung im Federal Register). Nach Aussage der FMC gilt der Rest der Regel weiter, einschließlich Rechnungsinhalt, Fristen und Einsprüchen.

Wann eine Gebühr unangemessen ist

Die Auslegungsregel der FMC in 46 CFR 545.5 besagt, dass die Kommission Demurrage und Detention danach beurteilt, ob sie als Anreiz wirken, Ware zu bewegen. Gebühren, die Ihr Verhalten nicht ändern können, etwa wenn das Terminal keine Termine hatte oder keine Leercontainer annahm, sind der klassische Grund für einen Einspruch. Lehnt die Reederei ab, können Sie eine Beschwerde gegen die Gebühr bei der FMC einreichen. Bei Demurrage und Detention muss die Reederei beweisen, dass ihre Gebühren angemessen waren.

Clean Truck Fund und andere Hafenkosten

Die Häfen von Los Angeles und Long Beach erheben jeweils einen Clean-Truck-Fund-Satz von den Eigentümern der Ware. Nach dem Stand der Mitteilung des Hafens von Los Angeles vom Mai 2025 beträgt er $10 für jede beladene Zwanzig-Fuß-Einheit (TEU), die mit einem konventionellen Drayage-Lkw durch den Hafen bewegt wird, also $20 für einen 40-Fuß-Container. Ware auf emissionsfreien Lkw ist befreit, und bestimmte Low-NOx-Lkw haben eine befristete Befreiung bis zum 31. Dezember 2027 (Port of Los Angeles). Der Hafen von Long Beach erhebt denselben Satz in einem eigenen Programm. Prüfen Sie den aktuellen Betrag, bevor Sie kalkulieren, denn Hafengebühren können sich ändern.

Über die Hafengebühren hinaus enthalten Drayage-Angebote in Südkalifornien oft Zusatzgebühren. Fragen Sie vor der Buchung nach jeder:

  • Wartezeit am Terminal oder an der Lieferadresse über eine freie Zeit hinaus.
  • Pre-Pull und Hoflagerung, wenn der Fuhrunternehmer einen Container vor dem letzten freien Tag abholt und auf seinem eigenen Hof abstellt, bis das Lager ihn annehmen kann.
  • Chassis und getrennte Chassis-Abholung, wie oben beschrieben.
  • Leerfahrt (Dry Run), wenn der Lkw ankommt, aber nicht abholen oder zustellen kann, etwa weil eine Sperre nicht aufgehoben war.
  • Zuschläge für Übergewicht oder Gefahrgut.

Ein Pre-Pull kostet bei überlasteten Terminals oft weniger als Demurrage. Vergleichen Sie beides für jeden Container, statt sich pauschal für eines zu entscheiden.

Sperren durch Zoll und FDA als Ursache für Demurrage

Eine Sperre hält den Container im Terminal fest, während die Uhr für Demurrage weiterläuft. Bei Importen sind die häufigsten Ursachen:

  • Noch keine Zollfreigabe, weil die Zollanmeldung zu spät eingereicht wurde, die Importer Security Filing (ISF) zu spät oder unvollständig war oder die Dokumente nicht zur Ware passten.
  • Eine Beschau durch CBP. Wählt die US-Zollbehörde CBP den Container für eine Prüfung aus, bleibt er gesperrt, bis die Prüfung abgeschlossen ist, und eine intensivere Prüfung kann zusätzliche Transporte, Handling und Tage kosten.
  • Eine Sperre der FDA oder einer anderen Behörde, etwa bei Lebensmitteln, Kosmetik oder Produkten mit behördlichen Meldepflichten, bis die Behörde die Sendung geprüft oder Proben genommen hat.

Die Auslegungsregel der FMC nennt behördliche Prüfungen als einen der Faktoren, die sie bei der Frage berücksichtigen kann, ob Demurrage angemessen war. Eine Sperre wegen eigener verspäteter oder falscher Meldungen lässt sich aber kaum anfechten. Vorbeugung wirkt besser: korrekte Handelsrechnungen und Packlisten, eine rechtzeitige ISF und behördliche Anforderungen (etwa die FDA Prior Notice für Lebensmittel), die geprüft sind, bevor die Ware den Ursprungsort verlässt. Unser Ratgeber So funktioniert die US-Zollabwicklung erklärt jeden Schritt.

Für Container aus Europa heißt das konkret: Die ISF muss spätestens 24 Stunden vor dem Verladen auf das Schiff in Bremerhaven, Hamburg, Antwerpen oder Rotterdam vorliegen, und Ihr Lieferant oder Versandlager muss die nötigen Angaben rechtzeitig liefern. Ein typischer Fall: Ein Getränkehersteller aus Österreich schickt seinen ersten vollen Container an einen US-Händler. Fehlen die Prior Notice bei der FDA oder die gültige Registrierung der Produktionsstätte, kann der Container in Long Beach festgehalten werden, während die Freizeit abläuft. Alkoholische Getränke unterliegen zusätzlich den Vorgaben der US-Behörde TTB, die vor dem ersten Versand geklärt sein sollten.

Abanro übernimmt die US-Zollabwicklung als Teil Ihrer Sendung, sodass Zollanmeldung und Abholung am Terminal ab der Schiffsankunft gemeinsam geplant werden. Ist ein Container bereits im Hafen festgehalten oder gestrandet, kann Ihnen die Sendungsrettung helfen, den schnellsten Weg zur Freigabe zu finden.

Nennen Sie uns Schiff, Container und Ware vor der Ankunft, und wir planen Zollabwicklung und Abholung am Terminal passend zu Ihrer Freizeit.

Abholung meines Containers planen

Checkliste gegen Demurrage und Detention

Vor der Ankunft des Schiffs

  • Kennen Sie Ihre Freizeit für Demurrage und Detention, den Beginn jeder Uhr und die Tagessätze.
  • Reichen Sie die ISF spätestens 24 Stunden vor dem Verladen im europäischen Abgangshafen ein, und halten Sie Handelsrechnung, Packliste und behördliche Meldungen bereit.
  • Bewahren Sie die Ausfuhranmeldung aus Ihrem Land (ATLAS, ACCS oder Passar) zur Sendung auf, falls in den USA Rückfragen kommen.
  • Beauftragen Sie den Fuhrunternehmer frühzeitig und klären Sie, wie er Chassis, Pre-Pull und Wartezeit handhabt.
  • Stellen Sie sicher, dass das Ziellager den Container annehmen und zügig entladen kann.
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Käufer oder Lieferanten, wer nach Ihrer Incoterms-Klausel die Hafenkosten zahlt.

Wenn der Container verfügbar ist

  • Prüfen Sie jede Sperre täglich, bis alle aufgehoben sind: Zoll, Behörden, Fracht und Reederei.
  • Buchen Sie den Abholtermin, sobald der Container freigegeben ist, und vor dem letzten freien Tag.
  • Sichern Sie Screenshots von fehlenden Terminen, Terminalschließungen und abgelehnten Leerrückgaben mit Datum.

Nach der Ausfahrt

  • Entladen Sie schnell. Eine Entladung mit wartendem Lkw (Live Unload) hält Detention und Chassis-Tage so gering wie möglich.
  • Bringen Sie den Leercontainer zu dem Ort, den die Reederei nennt, und bewahren Sie den Nachweis der Rückgabe auf.
  • Prüfen Sie jede Rechnung für Demurrage und Detention anhand von 46 CFR 541.6 und legen Sie innerhalb der Frist Einspruch ein, wenn etwas fehlt oder falsch ist.

Die Entladung in Hafennähe ist der Schritt, den Sie am stärksten beeinflussen. Das Lager von Abanro in Orange County, nahe den Häfen von Los Angeles und Long Beach, entlädt lose verladene Container und zählt die Kartons beim Wareneingang und der Prüfung anhand Ihrer Packliste, damit der Leercontainer früher zurückgehen kann. Muss Ihr Container auf Amazon, Einzelhändler und Lagerung aufgeteilt werden, lesen Sie unseren Ratgeber zu Transloading und Cross-Docking in Südkalifornien. Für Ware, die in einem der beiden Häfen ankommt, sehen Sie unsere Seiten zum 3PL in Long Beach und zum 3PL in Los Angeles. Die Einstiegspreise finden Sie auf unserer Preisseite.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ist keine Rechtsberatung. Freizeiten, Tarife, Hafengebühren und FMC-Regeln ändern sich. Prüfen Sie sie für Ihre Sendung, bevor Sie sich darauf verlassen.

Quellen und weiterführende Links

  1. FMC veröffentlicht die endgültige Regel zur Abrechnung von Detention und Demurrage, US-Seeschifffahrtsbehörde (FMC)
  2. Demurrage and Detention Billing Requirements, endgültige Regel (26. Februar 2024), Federal Register
  3. Demurrage and Detention Billing Requirements, Bekanntgabe des Inkrafttretens (14. Mai 2024), Federal Register
  4. Demurrage and Detention Billing Requirements, Streichung von 46 CFR 541.4 (29. Dezember 2025), Federal Register
  5. 46 CFR 541.6: Inhalt der Rechnung, Code of Federal Regulations, bereitgestellt vom Legal Information Institute
  6. 46 CFR 541.7: Ausstellung von Rechnungen für Demurrage und Detention, Code of Federal Regulations, bereitgestellt vom Legal Information Institute
  7. 46 CFR 541.8: Anträge auf Ermäßigung, Erstattung oder Erlass, Code of Federal Regulations, bereitgestellt vom Legal Information Institute
  8. 46 CFR 545.5: Auslegungsregel zu Demurrage und Detention, Code of Federal Regulations, bereitgestellt vom Legal Information Institute
  9. Hinweise zum vorläufigen Beschwerdeverfahren gegen Gebühren (Charge Complaint), US-Seeschifffahrtsbehörde (FMC)
  10. Hafen von Los Angeles beschließt kurzfristigen Ausgabenplan für den Clean Truck Fund (Mai 2025), Port of Los Angeles
  11. Importer Security Filing und zusätzliche Pflichten der Reedereien, endgültige Regel (25. November 2008), Federal Register (CBP)
  12. CMA CGM und ONE verlegen den Dienst California Bridge/AL5 nach Bremerhaven (29. August 2026), Container News
  13. Schweizerische Rheinhäfen: Drehscheibe am Korridor Rotterdam-Basel-Genua, Port of Switzerland
  14. Koper schlägt Hamburg: Österreichs Lieferketten und die Schiene (30. September 2026), Industriemagazin

Quellen geprüft am

Fragen

Wer zahlt Demurrage und Detention, der Versender oder der Empfänger?

Meist die Partei, die den Vertrag mit der Reederei oder dem Terminal hat, oder der Empfänger der Ware, je nach Konnossement, Servicevertrag und Incoterms-Klausel. Regeln Sie im Kaufvertrag, wer die Kosten im US-Hafen trägt, denn die Reederei stellt die Rechnung an die Partei, auf die ihr Vertrag und ihr Tarif verweisen.

Muss ich Demurrage zahlen, wenn das Terminal keine Termine hatte?

Sie können widersprechen. Nach der Auslegungsregel der FMC prüft die Kommission, ob eine Gebühr noch als Anreiz wirkt, Ware zu bewegen. Gebühren, die Sie nicht vermeiden konnten, weil die Ware nicht tatsächlich verfügbar war oder Leercontainer nicht zurückgegeben werden konnten, sind ein häufiger Grund für einen Einspruch. Dokumentieren Sie verweigerte Termine mit Screenshots und Datum.

Zählen Wochenenden und Feiertage zur Freizeit?

Das hängt vom Tarif der Reederei, vom Terminaltarif oder von Ihrem Servicevertrag ab. Manche zählen Kalendertage, andere schließen bestimmte Tage aus. Lesen Sie die Regel, die für Ihren Container gilt, statt von einer Annahme auszugehen.

Wie lange hat eine Reederei Zeit, eine Rechnung für Demurrage oder Detention zu senden?

Nach der FMC-Regel in 46 CFR 541.7 muss eine Reederei oder ein Terminal die Rechnung innerhalb von 30 Kalendertagen nach dem letzten Tag stellen, an dem die Gebühr angefallen ist. Geschieht das nicht, muss die belastete Partei diese Gebühr nicht zahlen.

Ist Drayage in meiner Seefrachtrate enthalten?

Nur, wenn Sie Carrier Haulage oder einen Tür-zu-Tür-Service mit Zustellung ab Terminal gebucht haben. Bei einer Buchung von Hafen zu Hafen ist die Lkw-Fahrt ab Terminal eine eigene Leistung mit eigener Rechnung.

Ab wann läuft für einen Container aus Bremerhaven oder Antwerpen die Uhr in Los Angeles?

Die Uhren für Demurrage und Detention beginnen erst in Los Angeles oder Long Beach, je nach Tarif mit dem Entladen, der Verfügbarkeit oder der Ausfahrt aus dem Terminal. Die Vorbereitung beginnt aber in Europa: Die Importer Security Filing (ISF) muss spätestens 24 Stunden vor dem Verladen auf das Schiff vorliegen, und Handelsrechnung und Packliste sollten vor der Abfahrt fertig sein, damit die Zollabwicklung mit der Ankunft starten kann.

Ihr Container kommt in Los Angeles oder Long Beach an?

Senden Sie uns Konnossement, Schiff und Ware, und wir planen Zollabwicklung, Abholung am Terminal und Entladung passend zu Ihrer Freizeit. Wir antworten innerhalb von 6 Stunden.

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