Angebot anfordern

So funktioniert die US-Zollabwicklung für ausländische Unternehmen

Aktualisiert

Wenn Ihr Unternehmen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz an US-Käufer, über Amazon oder an eigene Kunden in den USA verkauft, durchläuft jede kommerzielle Sendung den US-Zoll. Dieser Ratgeber erklärt die Zollabwicklung in den USA Schritt für Schritt, vom Importeur und der Bürgschaft bis zu Freigabe, Zollzahlung und Liquidation, mit den Unterlagen, die Sie in jeder Phase brauchen.

So funktioniert die Zollabwicklung in den USA: der Ablauf im Überblick

Die US-Zollabwicklung (oft auch Verzollung oder Einfuhrverzollung genannt) ist der Vorgang, mit dem importierte Ware den Hafen oder Flughafen verlassen und in den US-Wirtschaftsverkehr gelangen darf. Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) prüft, wer importiert, was die Ware ist, wo sie hergestellt wurde, was sie wert ist und ob eine andere Behörde sie genehmigen muss. Auf dieser Grundlage wird der Zoll festgesetzt.

In den meisten Fällen reicht ein lizenzierter Zollagent (customs broker) die Zollanmeldung elektronisch im Namen des Importeurs (Importer of Record) ein. Ihre Aufgabe als Exporteur oder Marke ist es, dafür zu sorgen, dass die Angaben darin stimmen: die Beteiligten, die Warenbeschreibung, der Wert, der Ursprung und die Daten für andere Behörden. Die meisten Verzögerungen entstehen, weil diese Angaben fehlen oder nicht zusammenpassen, nicht wegen der Anmeldung selbst.

Abbildung 1 Die wichtigsten Schritte eines US-Imports
  1. Vor der Buchung Importeur festlegen Importeur, Importeursnummer und Zollbürgschaft
  2. 24 Stunden vor Verladung ISF übermitteln Sicherheitsdaten für Seefracht
  3. Binnen 15 Tagen nach Ankunft Zollanmeldung einreichen Anmeldung und Behördendaten, am besten vor Ankunft
  4. Bei Ankunft Prüfung und Freigabe CBP und weitere Behörden prüfen, beschauen bei Bedarf und geben frei
  5. Binnen 10 Arbeitstagen Entry Summary und Zoll Einreihung, Wert, Ursprung, Zölle und Gebühren
  6. In der Regel binnen eines Jahres Liquidation CBP schließt die Zollanmeldung endgültig ab

Die folgenden Abschnitte halten diese Reihenfolge ein. Wenn Sie noch klären, wer nach Ihren Lieferbedingungen was bezahlt, lesen Sie zuerst EXW, FOB, DAP oder DDP: Incoterms für den Versand in die USA, denn die Incoterms-Klausel entscheidet oft, wer Importeur ist.

Schritt 1: festlegen, wer Importeur (Importer of Record) ist

Der Importeur (Importer of Record, IOR) ist rechtlich für die Zollanmeldung verantwortlich: für die richtige Einreihung, den Wert und den Ursprung, die Zahlung von Zöllen und Gebühren und die Einhaltung der Vorschriften anderer Behörden. Jede formelle oder informelle Zollanmeldung nennt einen Importeur. Das kann der US-Käufer sein, der ausländische Verkäufer oder eine andere berechtigte Partei, aber es muss feststehen, bevor die Ware verschifft wird.

Nicht ansässiger Importeur

Ein ausländisches Unternehmen ohne US-Gesellschaft kann in der Regel selbst Importeur sein. Nach 19 CFR 141.18 darf ein nicht ansässiges Unternehmen Waren nur dann zum freien Verkehr anmelden, wenn es:

  • im Bundesstaat des Einfuhrhafens einen ansässigen Bevollmächtigten hat, der Zustellungen gegen das Unternehmen entgegennehmen darf, und
  • eine Zollbürgschaft mit einem ansässigen Bürgen in Unternehmensform stellt, die die Zahlung erhöhter und zusätzlicher Zölle absichert.

Importeursnummer und CBP Form 5106

Der Importeur braucht außerdem eine Importeursnummer in den Systemen von CBP. Ein US-Unternehmen nutzt dafür normalerweise seine Arbeitgeber-Identifikationsnummer der US-Steuerbehörde (EIN). Ein ausländisches Unternehmen ohne EIN kann mit CBP Form 5106, dem Formular zur Anlage und Änderung der Importeursidentität, eine von CBP vergebene Nummer beantragen. Das Formular erfasst Namen, Anschriften und weitere Angaben zur Identität des Unternehmens. Eingereicht wird es meist über den Zollagenten, für die Richtigkeit ist aber der Importeur verantwortlich.

Seit dem 18. September 2026 macht CBP eine Importeursnummer ungültig, wenn die Angaben in Form 5106 unrichtig oder unvollständig sind, und mit einer ungültigen Nummer kann keine Ware angemeldet werden. Als Anschrift muss der tatsächliche Standort des Unternehmens angegeben werden, nicht die Adresse eines Zustellungsbevollmächtigten, Zollagenten, Spediteurs, Postfachs oder Business Centers. Die Vollmacht des Zollagenten muss direkt mit dem Importeur unterzeichnet sein (CBP-Bekanntmachung vom 19. August 2026). Wenn Sie als Unternehmen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz bisher mit der US-Adresse Ihres Spediteurs importiert haben, sollten Sie Ihre Daten jetzt prüfen.

Weitere Änderungen für ausländische Importeure kommen. Die Executive Order 14411 vom 3. Juni 2026 weist CBP an, ausländische Importeure von informellen Zollanmeldungen auszuschließen, ihnen bei formellen Anmeldungen die Nutzung einer Dauerbürgschaft zu verwehren und eine CTPAT-Validierung (sofern berechtigt) oder einen CTPAT-validierten Zollagenten zu verlangen. Diese Änderungen sind angeordnet, aber mit Stand Oktober 2026 noch nicht in Kraft. Prüfen Sie daher vor Ihrer ersten Sendung die aktuellen Regeln. Die Anordnung sieht außerdem vor, dass CBP die Ausfuhrunterlagen anfordern kann, die ein Exporteur bei seiner eigenen Zollbehörde eingereicht hat. CBP hat dazu im September 2026 eine Vorabmitteilung veröffentlicht, Stellungnahmen sind bis 1. Dezember 2026 möglich. Bewahren Sie Ihre Ausfuhranmeldung (in Deutschland ATLAS, in Österreich ACCS, in der Schweiz Passar) deshalb zu jeder US-Sendung auf.

Wenn Ihre Ware DDP an einen US-Kunden verkauft wird, sind Sie meist der Importeur. Bei FOB oder EXW ist es meist der Käufer. Der Verkauf auf Amazon ohne US-Gesellschaft ist ein häufiger Fall, in dem der ausländische Verkäufer seinen Importeur selbst klären muss. Unser Ratgeber Auf Amazon USA ohne US-Firma verkaufen beschreibt diesen Weg. Abanro kann in geeigneten Fällen als Importeur (Importer of Record) auftreten. Das bestätigen wir beim Angebot.

Schritt 2: eine Zollbürgschaft stellen

Eine Zollbürgschaft (Customs Bond) ist eine Garantie eines Bürgschaftsversicherers gegenüber CBP, dass der Importeur Zölle, Steuern und Gebühren zahlt und seine weiteren Pflichten erfüllt. Ware mit formeller Zollanmeldung wird ohne Bürgschaft nicht freigegeben. Es gibt zwei Arten:

  • Einzelbürgschaft (Single Transaction Bond): deckt eine Zollanmeldung ab. Sie bemisst sich in der Regel am angemeldeten Wert plus Zöllen, Steuern und Gebühren, bei Waren, die andere Behörden regulieren, auch höher.
  • Dauerbürgschaft (Continuous Bond): deckt alle Zollanmeldungen eines Jahres in jedem Hafen ab. Sie lohnt sich für Importeure mit mehreren Sendungen pro Jahr.

Bei einem nicht ansässigen Importeur muss der Bürge ein in den USA ansässiges Unternehmen sein. Wie die Bürgschaftssummen berechnet werden und was die Varianten kosten, steht in unserem Ratgeber zu den Kosten eines Imports in die USA.

Schritt 3: das ISF (10+2) für Seefracht übermitteln

Für Ware, die per Schiff ankommt, muss das Importer Security Filing, kurz ISF oder 10+2, spätestens 24 Stunden vor der Verladung auf das Schiff im Abgangshafen bei CBP vorliegen, also zum Beispiel vor dem Laden in Hamburg, Bremerhaven oder Rotterdam. Es gilt für Stückgut jeder Größe, auch für LCL, nicht aber für Luftfracht.

Laut den ISF-Hinweisen von CBP umfasst der Teil des Importeurs:

  • Importeursnummer und Empfängernummer
  • Namen und Anschriften von Verkäufer und Käufer (Eigentümer)
  • Lieferadresse (Ship-to Party)
  • Name und Anschrift des Herstellers oder Lieferanten
  • Ursprungsland
  • HTS-Nummer der Ware (mindestens sechs Stellen)
  • Stauort des Containers und Konsolidierer (Stuffer)

Die übrigen zwei Elemente (Stauplan des Schiffs und Containerstatusmeldungen) übermittelt die Reederei. Ein verspätetes, fehlendes oder unrichtiges ISF kann zu pauschaliertem Schadenersatz von $5,000 pro Verstoß, mehr Kontrollen und Verzögerungen führen. Die praktische Lehre: Sammeln Sie Lieferanten-, Stauort- und HTS-Angaben bei der Buchung, nicht wenn das Schiff ausläuft. Wie sich FCL- und LCL-Buchungen unterscheiden, lesen Sie unter FCL oder LCL: Seefracht in die USA.

Schritt 4: Ankunft, Zollanmeldung (CBP 3461) und Entry Summary (CBP 7501)

Zur Zollabwicklung gehören zwei Anmeldungen, die oft verwechselt werden. Nach 19 CFR Part 142:

  • Zollanmeldung (Entry, CBP Form 3461 oder ihr elektronisches Gegenstück): der Antrag auf Freigabe. Sie ist innerhalb von 15 Kalendertagen nach Ankunft der Ware fällig und wird normalerweise vor der Ankunft eingereicht, damit CBP und andere Behörden sie früh prüfen können. Dazu gehören die Handelsrechnung, gegebenenfalls eine Packliste und alle Unterlagen, die andere Behörden verlangen.
  • Entry Summary (CBP Form 7501 oder ihr elektronisches Gegenstück): die vollständige Erklärung von Einreihung, Wert, Ursprung, Zollsätzen, Zöllen und Gebühren. Sie ist mit den geschätzten Zöllen innerhalb von 10 Arbeitstagen nach der Zollanmeldung fällig. Zollagenten reichen sie oft zusammen mit der Zollanmeldung ein.

Wird die Zollanmeldung nicht innerhalb von 15 Tagen eingereicht, kann die Ware in ein General Order Warehouse gebracht werden, wo Lagerkosten auflaufen. Auch Terminal- und Containerkosten beginnen nach Ende der freien Zeit zu laufen. Deshalb ist eine langsame Zollanmeldung teuer. Unser Ratgeber zu Drayage, Demurrage und Detention in Los Angeles und Long Beach erklärt diese Kosten.

Informelle oder formelle Zollanmeldung

Kommerzielle Sendungen mit einem Wert bis einschließlich $2,500 können in der Regel informell angemeldet werden. Darüber ist in der Regel eine formelle Zollanmeldung mit Zollbürgschaft nötig. CBP kann für jede Sendung eine formelle Anmeldung verlangen, manche Waren brauchen sie schon bei geringeren Werten, und die Anforderungen anderer Behörden gelten in beiden Fällen. Die Executive Order 14411 weist CBP außerdem an, ausländische Importeure von informellen Zollanmeldungen auszuschließen. Das ist angeordnet, aber mit Stand Oktober 2026 noch nicht in Kraft, prüfen Sie also die aktuellen Regeln. Eine informelle Anmeldung ist einfacher, bedeutet aber nicht zollfrei.

Seit dem 29. August 2025 ist die zollfreie De-minimis-Ausnahme für Sendungen bis $800 für alle Länder ausgesetzt. CBP hat die Aussetzung ab dem 24. Juni 2026 unbefristet gemacht, und das Gesetz beendet die Ausnahme zum 1. Juli 2027. Kommerzielle Sendungen mit geringem Wert werden jetzt informell oder formell angemeldet und zahlen die geltenden Zölle. Das betrifft auch Onlinehändler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Pakete direkt an US-Kunden senden.

Schritt 5: Einreihung, Zollwert und Ursprungsland

Diese drei Angaben entscheiden, wie viel Zoll Sie zahlen und ob Zusatzzölle anfallen. Hier findet CBP auch die meisten Fehler.

Einreihung in den HTS

Jedes Produkt wird in den US-Zolltarif (Harmonized Tariff Schedule, HTS) eingereiht. Die ersten sechs Stellen folgen dem internationalen Harmonisierten System, das auch Ihre Ausfuhranmeldung verwendet. Die USA ergänzen Stellen bis zu zehn. Die Einreihung hängt davon ab, was das Produkt ist, woraus es besteht und wie es verwendet wird, nicht davon, wie Sie es nennen. Eine vage Beschreibung wie „Zubehör“ oder „Muster“ führt zu Rückfragen. Halten Sie für die Zollanmeldung eine klare Beschreibung, die Materialzusammensetzung und Fotos oder ein Datenblatt bereit.

Zollwert

Der Zoll wird auf den Zollwert berechnet. Das ist meist der Transaktionswert: der tatsächlich gezahlte oder zu zahlende Preis der Ware, mit bestimmten Hinzurechnungen wie manchen Verpackungskosten, Provisionen und Beistellungen (Formen, Werkzeuge oder Material, die Sie dem Hersteller kostenlos geliefert haben). Wie Fracht, Versicherung und andere Kosten behandelt werden, hängt davon ab, wie sie ausgewiesen sind. Deshalb muss die Rechnung sie einzeln aufführen. Wer Ware zu niedrig bewertet, um Zoll zu sparen, begeht einen Verstoß, keine Ersparnis.

Ursprungsland und Kennzeichnung

Ursprungsland ist das Land, in dem die Ware hergestellt oder zuletzt wesentlich be- oder verarbeitet wurde. Das ist nicht immer das Land, aus dem sie verschifft wird. Eine in Asien hergestellte Ware, die Sie aus Ihrem Lager in Deutschland versenden, bleibt asiatischen Ursprungs. Der Ursprung bestimmt den Zollsatz, die Nutzung von Handelsabkommen und die anfallenden Zusatzzölle. Nach 19 CFR Part 134 müssen importierte Waren in der Regel gut lesbar, sichtbar und dauerhaft mit dem englischen Namen des Ursprungslands gekennzeichnet sein, damit der Endkäufer in den USA ihn sieht. Eine Angabe wie „Made in Germany“, „Made in Austria“ oder „Made in Switzerland“ verwendet den englischen Ländernamen, „Deutschland“ allein nicht. Nicht richtig gekennzeichnete Ware kann bis zur Kennzeichnung festgehalten werden, und für ungekennzeichnete Ware kann ein zusätzlicher Kennzeichnungszoll von 10 % anfallen.

Schritt 6: weitere US-Behörden (FDA, USDA, CPSC, FCC, EPA)

CBP setzt an der Grenze die Vorschriften vieler anderer Behörden durch. Fällt ein Produkt unter eine von ihnen, muss die Zollanmeldung deren Daten enthalten, und die Behörde kann die Ware zurückhalten, bis ihre Anforderungen erfüllt sind. Die häufigsten für Konsumgüter- und Lebensmittelmarken:

US-Behörden, die Importe häufig prüfen
BehördeTypische ProdukteWas sie verlangen kann
FDALebensmittel und Getränke, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetik, Arzneimittel, MedizinprodukteRegistrierung der Betriebsstätte, Vorabanmeldung (Prior Notice) für Lebensmittel, Produktcodes in der Zollanmeldung; sie kann Ware beschauen, beproben, festhalten oder zurückweisen
USDA (APHIS, FSIS)Pflanzen, Saatgut, Obst und Gemüse, tierische Erzeugnisse, Fleisch und GeflügelGenehmigungen, Pflanzengesundheits- oder Veterinärzeugnisse, Kontrollen
CPSCKinderprodukte und viele allgemeine VerbraucherprodukteKonformitätszertifikate auf Grundlage von Prüfungen
FCCGeräte, die Hochfrequenzenergie abstrahlen, etwa Funk- und ElektronikprodukteGerätezulassung und Einfuhrerklärungen
EPAPestizide und Desinfektionsmittel, bestimmte Chemikalien, Motoren und FahrzeugeAnkunftsmeldungen, Zertifizierungen, Einhaltung von Emissionsvorschriften

Weitere Behörden sind für Alkohol, Tabak, Wildtiere, Waffen und Fahrzeugsicherheit zuständig. Prüfen Sie vor dem Versand, welche Behörden für Ihr Produkt gelten, denn eine Betriebsstätte registriert oder ein Zertifikat beschafft man, bevor die Ware abfährt, nicht während ein Container im Hafen wartet. Typische Fälle aus der DACH-Region: Ein Hersteller von Naturkosmetik braucht die FDA-Registrierung und Produktlistung für Kosmetik, ein Spielwarenhersteller ein Konformitätszertifikat, das Importeure der meisten regulierten Verbraucherprodukte laut CPSC seit dem 8. Juli 2026 elektronisch bei CBP einreichen müssen, und eine Marke für Elektronikzubehör die FCC-Zulassung. Für Lebensmittel steht der vollständige FDA-Ablauf im Ratgeber Lebensmittel in die USA importieren.

Schritt 7: Beschau, Zurückhaltung und Freigabe

CBP prüft die Zollanmeldung anhand ihrer Risikoanalyse. Die meisten Sendungen werden ohne körperliche Kontrolle freigegeben, aber jede Sendung kann ausgewählt werden. Häufige Ergebnisse:

  • Freigabe: CBP und gegebenenfalls andere Behörden geben die Ware frei, und Reederei oder Terminal können sie ausliefern, sobald die Frachtkosten bezahlt sind.
  • Durchleuchtung: Der Container wird gescannt, meist mit Röntgen- oder Gammastrahlen, und freigegeben, wenn nichts auffällt.
  • Körperliche Beschau: Der Container wird zu einer Beschaustelle gebracht, und einige oder alle Kartons werden geöffnet. CBP prüft, ob Ware, Mengen, Wert, Ursprung und Kennzeichnung zu den Papieren passen.
  • Zurückhaltung durch eine Behörde: FDA, USDA oder eine andere Behörde fordert Unterlagen an, beschaut oder beprobt die Ware. Die FDA kann Ware festhalten und letztlich die Einfuhr verweigern.

Kosten der Beschau, etwa für den Containertransport, die Arbeit an der Beschaustelle und zusätzliche Lagerung, werden in der Regel dem Importeur berechnet, ebenso die Demurrage, die in der Zwischenzeit aufläuft. Der beste Schutz sind korrekte Papiere und eine richtige Kennzeichnung. Wenn eine Sendung bereits festgehalten oder abgelehnt wurde, hilft die Sendungsrettung, die nächsten Schritte zu klären.

Nach der Freigabe geht die Ware vom Terminal zur nächsten Station, oft zu einem US-Lager für Wareneingang und Sichtprüfung, bevor sie zu Amazon, Einzelhändlern oder Kunden geht. Abanro übernimmt die US-Zollabwicklung als Teil Ihrer Sendung, zusammen mit Abholung und internationalem Transport und der Zustellung an unseren Standort in Orange County. So begleitet ein Team die Ware von der Freigabe bis zum Wareneingang.

Schritt 8: Zollzahlung, Liquidation und aktuelle Zusatzzölle

Geschätzte Zölle und Gebühren werden mit der Entry Summary hinterlegt. Neben dem Zoll zahlen die meisten formellen Zollanmeldungen die Merchandise Processing Fee (MPF), Seefrachtsendungen zusätzlich die Harbor Maintenance Fee (HMF). Beide werden mit den Beträgen für das US-Haushaltsjahr 2027 im Ratgeber zu den Kosten eines Imports in die USA erklärt.

Liquidation

Die Liquidation ist die endgültige Berechnung der Zölle für eine Zollanmeldung durch CBP. Nach 19 U.S.C. 1504 gilt eine Zollanmeldung, die nicht innerhalb eines Jahres liquidiert wird, als wie angemeldet liquidiert, sofern CBP die Frist nicht verlängert (auf insgesamt bis zu vier Jahre). Bei der Liquidation kann CBP die Hinterlegung bestätigen, weiteren Zoll fordern oder die Differenz erstatten. Ein Importeur, der nicht einverstanden ist, kann innerhalb von 180 Tagen nach der Liquidation Einspruch (Protest) einlegen. Bewahren Sie bis zur Liquidation Ihre Unterlagen auf und rechnen Sie damit, dass CBP noch Fragen zur Anmeldung stellen kann.

Zusatzzölle für Waren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (Stand Oktober 2026)

Zusätzlich zum regulären HTS-Satz zahlen manche Waren Zusatzzölle. Stand Oktober 2026:

  • Die 2025 nach dem International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) eingeführten breiten Zölle werden nicht mehr erhoben, nachdem der Supreme Court am 20. Februar 2026 entschieden hat, dass IEEPA keine Zölle erlaubt. Bereits gezahlte IEEPA-Zölle werden über CBP erstattet, laut Germany Trade & Invest aber nicht automatisch: Der Importeur muss die Erstattung im CBP-Verfahren CAPE beantragen.
  • Ein befristeter Zuschlag von 10 % nach Section 122 des Trade Act von 1974 galt vom 24. Februar bis 24. Juli 2026 und ist ausgelaufen.
  • Seit dem 24. Juli 2026 gelten neue Section-301-Zölle für die meisten Waren aus rund 60 Volkswirtschaften (USTR-Mitteilung vom 28. Juli 2026). Für Waren mit Ursprung in der EU, also auch aus Deutschland und Österreich, ist der Satz so festgelegt, dass regulärer Zoll und Section-301-Zoll zusammen 10 % ergeben. Liegt der reguläre Satz bei 10 % oder darüber, fällt kein Section-301-Zoll an. Beispiel zur Rechnung: Bei einem regulären Satz von 2,5 % kommen 7,5 % Section-301-Zoll hinzu, bei 12 % keiner. Für Schweizer Ursprungswaren gilt dasselbe Prinzip mit 12,5 %. Waren aus den Anhängen der Mitteilung sind ausgenommen.
  • Waren, die Section-232-Zöllen unterliegen, fallen nicht unter diese Section-301-Maßnahme. Section-232-Zölle gelten für Warengruppen wie Stahl, Aluminium, Kupfer und daraus hergestellte Erzeugnisse, Autos und Autoteile sowie Holz und Schnittholz. Für Maschinen, Werkzeuge und Ersatzteile mit Metallanteil ist das besonders wichtig. Auch die Section-301-Zölle von 2018 auf viele chinesische Waren gelten weiter, was für in China gefertigte Handelsware zählt, die Sie aus Europa versenden.

Diese Maßnahmen ändern sich oft und können je nach Produkt und Ursprung unterschiedlich greifen. Prüfen Sie den HTS und die aktuellen Vorgaben von CBP für Ihre HTS-Nummer und Ihr Ursprungsland, bevor Sie eine Sendung kalkulieren.

Checkliste der Unterlagen für die US-Zollabwicklung

Bereiten Sie diese Unterlagen vor dem Versand vor und achten Sie darauf, dass sie zueinander passen:

  • Handelsrechnung auf Englisch (oder mit einer genauen englischen Übersetzung), die 19 CFR 141.86 erfüllt: Einfuhrhafen; wann, wo und von wem die Ware verkauft oder versandt wurde und an wen; eine genaue Beschreibung jeder Position mit Güte oder Qualität sowie Zeichen und Nummern; Mengen; Kaufpreis pro Position und Währung (etwa EUR, CHF oder USD); einzeln aufgeführte Kosten wie Fracht, Versicherung, Provisionen, Behälter und Verpackung; etwaige Rabatte; Ursprungsland; und nicht im Preis enthaltene Beistellungen.
  • Packliste: Karton für Karton, mit Inhalt, Mengen, Netto- und Bruttogewichten und Maßen, passend zur Rechnung und zur Kartonbeschriftung.
  • Konnossement (Bill of Lading) oder Luftfrachtbrief: ausgestellt von Reederei oder Spediteur, mit Versender, Empfänger und Meldeadresse (Notify) sowie derselben Kartonzahl und demselben Gewicht wie die Packliste.
  • Angaben zum Importeur: Importeur, Importeursnummer, Bürgschaft und bei einem nicht ansässigen Importeur der Zustellungsbevollmächtigte.
  • ISF-Daten für Seefracht, bei der Buchung übermittelt.
  • Unterlagen anderer Behörden, wo sie gelten: FDA-Registrierung und Bestätigung der Vorabanmeldung, Genehmigungen und Zeugnisse, Konformitätszertifikate, Prüfberichte.
  • Produktangaben für die Einreihung: Materialzusammensetzung, Funktion, Fotos oder Datenblätter und die HTS-Nummer, falls Sie sie schon kennen.
  • Ursprungsnachweis: Zeugnisse oder Lieferantenerklärungen, wenn Sie eine Präferenz beanspruchen oder den Ursprung belegen müssen. In Deutschland stellen die IHKs Ursprungszeugnisse aus.
  • Ausfuhrunterlagen aus dem Ursprungsland: Ihre Ausfuhranmeldung mit EORI-Nummer (in Deutschland über ATLAS) und der Ausgangsnachweis, aufbewahrt für mögliche Rückfragen.

Wenn diese Unterlagen stimmen, ist die Zollabwicklung selbst Routine. Was enthalten ist, wenn Abanro sie für Ihre Sendung übernimmt, sehen Sie auf unserer Seite zur US-Zollabwicklung. Wenn Ihre erste Sendung nur aus wenigen Kartons besteht, erklärt So versenden Sie eine kleine Sendung in die USA, wie Kurier, Luftfracht und LCL den Ablauf verändern.

Senden Sie uns Rechnung, Packliste und Ziel, und wir planen die Sendung mit US-Zollabwicklung.

Angebot mit Zollabwicklung anfordern

Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Zollberatung. Regeln für Zollanmeldungen, Zollsätze und behördliche Anforderungen ändern sich. Prüfen Sie sie für Ihr Produkt und Ihre Sendung, bevor Sie versenden.

Quellen und weiterführende Links

  1. 19 CFR 141.18: Zollanmeldung durch nicht ansässige Unternehmen, US-Bundesverordnungen (Legal Information Institute)
  2. Richtigkeit der an CBP übermittelten Importeursdaten (91 FR 53627, 19. August 2026), US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), Federal Register
  3. Executive Order 14411 „Strengthening Customs Enforcement“ (91 FR 35125, 10. Juni 2026), Federal Register (US-Bundesanzeiger)
  4. Häufige Fragen zum Importer Security Filing (ISF), US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP)
  5. 19 CFR Part 142: Ablauf der Zollanmeldung, eCFR (elektronische US-Bundesverordnungen)
  6. Harmonized Tariff Schedule (HTS): Suche im US-Zolltarif, US-Kommission für internationalen Handel (USITC)
  7. 19 CFR 141.86: Inhalt von Handelsrechnungen und allgemeine Anforderungen, eCFR (elektronische US-Bundesverordnungen)
  8. 19 CFR Part 134: Kennzeichnung des Ursprungslands, eCFR (elektronische US-Bundesverordnungen)
  9. 19 U.S.C. 1504: Frist für die Liquidation, US-Bundesrecht, United States Code (Legal Information Institute)
  10. Mitteilung zu Maßnahmen in Section-301-Untersuchungen verschiedener Volkswirtschaften (91 FR 47318, 28. Juli 2026), Handelsbeauftragter der USA (USTR), Federal Register
  11. General Certificate of Conformity: Zertifikate für Verbraucherprodukte und elektronische Einreichung bei CBP, US-Behörde für Verbraucherproduktsicherheit (CPSC)
  12. Supreme-Court-Urteil zu IEEPA-Zöllen und Sec.-122-Zöllen: Erstattung über CAPE (Stand 8. Oktober 2026), Germany Trade & Invest (GTAI)
  13. Update: USA setzen De-minimis-Ausnahme weltweit aus (14. Oktober 2026), Germany Trade & Invest (GTAI)
  14. Erläuterungen zum Export: ATLAS-Ausfuhranmeldung, EORI-Nummer, Ursprungszeugnisse, IHK Chemnitz

Quellen geprüft am

Fragen

Wie lange dauert die Zollabwicklung in den USA?

Wenn die Zollanmeldung vor der Ankunft eingereicht wird und nichts auffällt, kann die Freigabe kurz nach Ankunft der Ware erfolgen. Eine Beschau oder eine Zurückhaltung durch eine andere Behörde wie die FDA kann Tage oder länger dauern. Niemand kann eine Abfertigungszeit versprechen, denn CBP und die anderen Behörden entscheiden selbst, welche Sendungen sie prüfen.

Kann ein Unternehmen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ohne US-Gesellschaft Importeur (Importer of Record) sein?

In der Regel ja. Ein nicht ansässiges Unternehmen kann Waren anmelden, wenn es einen Zustellungsbevollmächtigten im Bundesstaat des Einfuhrhafens hat und eine Zollbürgschaft mit einem ansässigen Bürgen in Unternehmensform stellt. Es braucht außerdem eine Importeursnummer, die CBP ausländischen Unternehmen über CBP Form 5106 zuteilen kann. Die Executive Order 14411 vom Juni 2026 sieht weitere Einschränkungen für ausländische Importeure vor. Prüfen Sie daher vor dem Versand die aktuellen Regeln.

Was passiert, wenn ich die Frist von 15 Tagen für die Zollanmeldung versäume?

Die Zollanmeldung ist innerhalb von 15 Kalendertagen nach Ankunft der Ware fällig. Wird sie nicht rechtzeitig eingereicht, kann die Ware in ein General Order Warehouse gebracht werden. Dort laufen Lagerkosten auf, und nicht abgeholte Ware kann schließlich verkauft werden.

Ist die Warennummer aus meiner Ausfuhranmeldung dieselbe wie der US-HTS-Code?

Nur die ersten sechs Stellen sind international harmonisiert. Der US-Zolltarif verwendet zehn Stellen für die Statistik, und der Zollsatz wird auf der achtstelligen Ebene festgelegt. Die Warennummer aus Ihrer ATLAS-, ACCS- oder Passar-Anmeldung ist also ein Ausgangspunkt, nicht die endgültige US-Einreihung.

Kann ich einen Fehler in der Zollanmeldung nach der Einreichung korrigieren?

Fehler lassen sich meist vor der Liquidation der Zollanmeldung korrigieren. Nach der Liquidation kann der Importeur innerhalb von 180 Tagen Einspruch (Protest) einlegen. Einen Fehler früh zu korrigieren ist viel einfacher, als ihn später anzufechten. Deshalb sollten Rechnung und Einreihung stimmen, bevor die Ware verschifft wird.

Muss auch eine Sendung mit geringem Wert durch den US-Zoll?

Ja. Die zollfreie De-minimis-Ausnahme für Sendungen bis $800 ist für alle Länder ausgesetzt, und das Gesetz beendet sie zum 1. Juli 2027. Kommerzielle Sendungen mit geringem Wert werden informell oder formell angemeldet und zahlen die geltenden Zölle, auch wenn Sie aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz direkt an US-Kunden versenden.

Bekomme ich 2025 gezahlte IEEPA-Zölle automatisch zurück?

Nein. Laut Germany Trade & Invest werden IEEPA-Zölle nicht automatisch erstattet. Der Importeur oder sein Zollagent beantragt die Erstattung über das CBP-Verfahren CAPE, mit einem aktiven ACE-Konto und hinterlegten Bankdaten. Das betrifft Unternehmen, die 2025 selbst Importeur in den USA waren.

Sie versenden Handelsware in die USA?

Sagen Sie uns, was Sie versenden, von wo und wie es verpackt ist. Wir übernehmen die US-Zollabwicklung als Teil Ihrer Tür-zu-Tür-Sendung. Wir antworten innerhalb von 6 Stunden.

24/7-Support Wir antworten innerhalb von 6 Stunden.