Versand in die USA aus Deutschland: Routen, Dokumente und Zölle
Aktualisiert
Dieser Ratgeber richtet sich an Hersteller, Marken und Exporteure in Deutschland, die gewerbliche Sendungen an US-Einkäufer, Amazon oder eigene Kunden in den USA schicken. Er behandelt die Routen ab deutschen Häfen und Flughäfen, die Ausfuhrformalitäten, die US-Zölle auf EU-Waren Stand Oktober 2026 und die nötigen Dokumente. Für Österreich und die Schweiz finden Sie jeweils die Unterschiede.
Versand aus Deutschland in die USA im Überblick
Beim Versand in die USA aus Deutschland durchläuft Ihre Ware zwei Zollsysteme. Auf deutscher Seite braucht sie eine Ausfuhranmeldung, bevor sie die EU verlässt. Auf US-Seite muss ein Importeur (Importer of Record) sie anmelden, die Zölle zahlen und die Vorgaben weiterer Behörden erfüllen. Dazwischen liegt die Wahl des Transports: See- oder Luftfracht, Ost- oder Westküste, voller Container oder Sammelcontainer.
Die USA sind seit 2015 das wichtigste Empfängerland deutscher Exporte, auch 2025, obwohl die Ausfuhren dorthin laut Statistischem Bundesamt um 9,4 % auf 146,2 Milliarden Euro sanken. Die Entscheidungen, die Kosten und Laufzeit bestimmen, fallen früh: an welchem US-Hafen die Ware ankommen soll, wer Importeur ist, wie die Ware eingereiht wird und welche Zölle 2026 für Ware aus der EU gelten. Die folgenden Abschnitte gehen sie in der Reihenfolge durch, in der eine Sendung ihnen begegnet.
- Sie Vorbereiten Zolltarifnummer, Ursprung, Rechnung und Packliste
- Sie oder Ihr Spediteur Ausfuhr aus der EU ATLAS-Ausfuhranmeldung, Genehmigungen falls nötig
- Carrier und Importeur See- oder Luftfracht ISF vor der Verladung bei Seefracht
- Importeur US-Einfuhr Zollanmeldung, Zölle, Prüfung durch Behörden
- US-Partner Zustellen Wareneingang, Vorbereitung und Weiterversand
Häfen, Flughäfen und Routen ab Deutschland
Seefracht
Für Containerfracht in die USA kommen vor allem Hamburg und Bremerhaven in Frage, je nach Standort auch Rotterdam oder Antwerpen. Hamburg schlug 2025 nach Zahlen der Hafenbehörde 8,3 Millionen TEU um, der Containerverkehr mit den USA ging dabei um 25,6 % zurück. Die bremischen Häfen nennen rund 4,9 Millionen TEU. Welcher Hafen für Ihre Sendung passt, hängt vom Fahrplan, vom Netz der Reederei und von der Strecke zum Hafen ab. LCL-Ware (Stückgut im Sammelcontainer) wird meist bei einem Konsolidierer im Hinterland oder am Hafen gesammelt.
Die US-Ostküste ist die kürzeste Seestrecke. Zur Westküste ist der Weg deutlich länger: Ware für Los Angeles oder Long Beach fährt entweder durch den Panamakanal oder wird in einem Hub-Hafen auf ein anderes Schiff umgeladen. Ein Beispiel für einen Direktdienst: CMA CGM und ONE betreiben gemeinsam den Dienst „California Bridge“/AL5 von Nordeuropa an die US-Westküste, laut Fachpresse seit Mitte September 2026 mit Bremerhaven statt Hamburg in der Rotation und mit Anläufen in Balboa (Panama) und Los Angeles. Dritte Möglichkeit: Anlandung an der Ostküste und Weitertransport per Bahn oder Lkw. Jede Route hat eigene Laufzeiten, Kosten und Übergaben, und Fahrpläne ändern sich oft. Fragen Sie deshalb nach aktuellen Optionen statt nach typischen Werten.
| Route | So funktioniert sie | Sinnvoll, wenn |
|---|---|---|
| Seefracht zur Ostküste | Direkter Dienst ab Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam oder Antwerpen zu einem Atlantikhafen | Ihre Einkäufer oder Ihr Lager im Osten der USA liegen |
| Seefracht zur Westküste über Panama | Durchgehender Seeweg durch den Panamakanal nach Los Angeles oder Long Beach | Die Ware für Kunden im Westen oder für Amazon-Logistikzentren an der Westküste bestimmt ist und die Zeit nicht drängt |
| Seefracht mit Umladung | Zubringer- oder Hauptschiff zu einem Hub-Hafen, dann ein anderes Schiff zum US-Hafen | Rate oder Fahrplan besser sind; rechnen Sie mit der zusätzlichen Übergabe |
| Ostküste plus Landtransport | Anlandung im Osten, dann Bahn oder Lkw quer durch das Land | Zeit wichtiger ist als die Kosten der Landstrecke |
| Luftfracht | Etwa ab Frankfurt, von Flughafen zu Flughafen, dann Zustellung | Ware für den Marktstart, eilige Nachschübe oder hoher Wert pro Kilo |
Luftfracht und Express
Der Flughafen Frankfurt schlug 2025 laut Börsen-Zeitung rund 2,1 Millionen Tonnen Fracht um; weitere Frachtflughäfen sind etwa Leipzig/Halle, München und Köln/Bonn. Luftfracht wird nach frachtpflichtigem Gewicht berechnet und passt zu kompakter, höherwertiger Ware. Für Muster und wenige leichte Kartons ist ein Expressdienst oft einfacher, weil er Abholung, Flug und Verzollung in einem Netz abwickelt. Wenn Sie für eine erste Sendung zwischen Kurier, Luftfracht und LCL abwägen, lesen Sie wie Sie Ihre ersten 100 Produkte ohne Container in die USA schicken; für größere Mengen erklärt FCL oder LCL, ab wann sich ein voller Container lohnt.
Österreich und Schweiz
Österreich hat keinen eigenen Seehafen. Container gehen per Bahn oder Lkw nach Norden (Hamburg, Bremerhaven) oder nach Süden an die Adria. Laut Industriemagazin hat Koper in Slowenien Hamburg inzwischen als wichtigsten Transithafen für Österreich überholt, Rijeka gewinnt an Bedeutung. Planen Sie für den Vorlauf Puffer ein: Die Schienen-Control zählte 2025 laut demselben Bericht 126 mehrtägige Baustellen mit Kapazitätseinschränkungen von über 30 %. Für Luftfracht kommt etwa Wien in Frage.
Die Schweiz verschifft über die Nordseehäfen oder über das Mittelmeer. Die Schweizerischen Rheinhäfen in Basel sind nach eigener Darstellung die nationale Verkehrsdrehscheibe am Güterverkehrskorridor Rotterdam-Basel-Genua; von dort gehen Container per Binnenschiff oder Bahn nach Rotterdam oder Antwerpen. Für Luftfracht kommen etwa Zürich oder Basel-Mulhouse in Frage.
Wann der Versand nach Los Angeles oder Long Beach sinnvoll ist
Die Ostküste liegt näher an Europa. Die Westküste lohnt sich daher nur, wenn die Ware im Westen gebraucht wird. Das ist oft der Fall, wenn:
- Ihre Kunden in den westlichen Bundesstaaten sitzen. Wenn Ihre Einkäufer, Handelspartner oder Onlinekunden überwiegend in Kalifornien und im Westen sind, sparen Sie sich mit der Anlandung dort einen späteren Transport quer durch die USA.
- Amazon Ihren Bestand in den Westen schickt. Amazon entscheidet, welche Logistikzentren Ihre Einheiten annehmen, und die gewählte Platzierungsoption wirkt sich auf die Gebühren aus. Unser Ratgeber zu Inbound-Platzierungsgebühren und Kapazitätslimits erklärt, wie das funktioniert.
- Sie einen US-Bestand für mehrere Kanäle wollen. Ein Lager nahe den Häfen kann eine Sendung annehmen und dann einen Teil an Amazon, einen Teil an Einzelhändler und einen Teil an E-Commerce-Aufträge schicken.
Vergleichen Sie die gesamten Tür-zu-Tür-Kosten beider Wege: Seefracht zur Westküste gegen Seefracht zur Ostküste plus Landtransport. Sobald ein Container angekommen ist, zählen auch Terminal- und Containergebühren, die unser Ratgeber zu Drayage, Demurrage und Detention in Los Angeles und Long Beach behandelt.
Das Lager von Abanro liegt in Orange County (Kalifornien), nahe den Häfen von Los Angeles und Long Beach. Wenn die Westküste zu Ihren Kunden passt, holen wir die Ware in Ihrem Lager in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ab, versenden sie, übernehmen die US-Zollabwicklung und nehmen sie hier an. So liegt die ganze Strecke bei einem Partner.
Ausfuhrformalitäten: EORI, ATLAS-Ausfuhranmeldung und Genehmigungen
Die IHK fasst in ihren Erläuterungen zum Export zusammen, was auf deutscher Seite nötig ist. Für eine typische gewerbliche Sendung in die USA:
- EORI-Nummer. Sie brauchen sie ab dem ersten Exportvorgang, und sie gehört in die Ausfuhranmeldung. Die EORI-Nummer beantragen Sie beim Zoll (Informations- und Wissensmanagement Zoll); sie besteht aus DE und 15 Ziffern.
- Zolltarifnummer. Reihen Sie die Ware nach dem EU-Zolltarif ein. International harmonisiert sind nur die ersten sechs Stellen, deshalb teilen sich Ihre deutsche und die US-Nummer eine Basis, können danach aber abweichen.
- Ausfuhranmeldung. Ausfuhren werden elektronisch über ATLAS-Ausfuhr bei der zuständigen Ausfuhrzollstelle angemeldet. Laut IHK ist die elektronische Anmeldung ab 1.000 Euro Warenwert oder 1.000 kg Pflicht; ab 3.000 Euro gilt das zweistufige Verfahren, bei dem die Ware zusätzlich bei Ihrem örtlichen Binnenzollamt gestellt wird. Viele Exporteure überlassen die Anmeldung ihrem Spediteur.
- Ausfuhrkontrolle. Ob eine Ausfuhr genehmigungspflichtig ist, entscheidet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Maßgeblich sind vor allem die Anhänge der EU-Dual-Use-Verordnung (EU) 2021/821 und die nationale Ausfuhrliste. Prüfen Sie das bei Maschinen, Elektronik, Chemikalien und Software, bevor Sie verkaufen.
- Umsatzsteuer. Eine Ausfuhrlieferung in ein Drittland ist nach § 4 Nr. 1 Buchstabe a und § 6 UStG steuerfrei, wenn Sie die Voraussetzungen nachweisen. Klären Sie mit Ihrer Steuerberatung, welche Belege Sie aufbewahren.
- Ursprungszeugnis. Verlangt Ihr Kunde oder seine Bank ein Ursprungszeugnis, stellt es Ihre IHK aus.
Bewahren Sie Ihre Ausfuhranmeldung auf. Die Executive Order 14411 vom 3. Juni 2026 weist CBP an, künftig die Unterlagen anzufordern, die ein ausländischer Exporteur bei seiner eigenen Zollbehörde eingereicht hat; CBP hat dazu im September 2026 eine Vorabbekanntmachung veröffentlicht (Kommentare bis 1. Dezember 2026). Stand Oktober 2026 ist das noch keine geltende Pflicht.
Wenn Ihr US-Kunde die Fracht organisiert, vereinbaren Sie schriftlich, wer die Ausfuhranmeldung abgibt. Je nach Lieferbedingung macht das der Spediteur des Käufers oder Sie selbst. Unser Ratgeber zu Incoterms für den Versand in die USA erklärt, wie EXW, FCA, FOB, DAP und DDP diese Aufgaben verteilen.
Österreich
Ausfuhranmeldungen werden laut Unternehmensserviceportal des Finanzministeriums elektronisch über ACCS bei der Ausfuhrzollstelle abgegeben; die Ausgangszollstelle kontrolliert die Ware und überwacht den Ausgang. Gewerbliche Ausfuhren bis 1.000 Euro können mündlich an der Ausgangszollstelle angemeldet werden, Waren bis 3.000 Euro ohne Verbote und Beschränkungen direkt dort. Die Ausfuhrzollstelle bestätigt den Ausgang mit der Ausfuhranzeige. Auch in Österreich brauchen Sie eine EORI-Nummer. Ursprungszeugnisse stellt die zuständige Wirtschaftskammer aus, auch elektronisch über das WKO-eService; dort gibt es auch das Carnet ATA, etwa für Messemuster.
Schweiz
Ausfuhranmeldungen laufen über Passar, das neue Warenverkehrssystem des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG), das e-dec ablöst. Nichtpräferenzielle Ursprungszeugnisse stellen die Beglaubigungsstellen der Handelskammern unter Aufsicht des BAZG aus. Die Exportkontrolle für Dual-Use-Güter beruht auf dem Güterkontrollgesetz und liegt beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO); Bewilligungen beantragen Sie über das System ELIC.
Wann Ware als deutscher Ursprung gilt
US-Zölle richten sich nach dem Ursprungsland, nicht nach dem Land, aus dem die Ware verschifft wird. Ware, die in Deutschland aus deutschen Materialien hergestellt wird, hat deutschen Ursprung. Ware, die in Deutschland aus importierten Teilen entsteht, hat meist deutschen Ursprung, wenn die Verarbeitung in Deutschland daraus einen neuen, anderen Artikel macht; das ist der Test der wesentlichen Be- oder Verarbeitung (substantial transformation), den der US-Zoll anwendet, wenn kein Abkommen eigene Regeln vorgibt. Einfache Vorgänge wie Umpacken, Umetikettieren, Kitting oder geringfügige Montage ändern den Ursprung in der Regel nicht.
Das ist 2026 wichtig, weil die US-Zusatzzölle nach Ursprungsland unterschiedlich ausfallen. Ware aus China, Vietnam oder anderswo, die über ein Lager in Deutschland oder über Hamburg in die USA geht, behält ihren Ursprung und trägt die Zölle dieses Landes (für chinesische Ware einschließlich der Section-301-Zölle von 2018, die weiter gelten). Seit dem 24. Juli 2026 zahlt Ware chinesischen Ursprungs außerdem einen zusätzlichen Section-301-Zoll von 12,5 % (HTSUS 9903.05.31), der nach U.S. Note 52(a) zu den Section-301-Zöllen von 2018 hinzukommt, sofern keine Ausnahme greift (Stand Oktober 2026). Sie als deutschen Ursprung anzumelden, ist eine falsche Erklärung, egal über welche Route. Auch zwischen den DACH-Ländern zählt der Ursprung: Ein Schweizer Produkt bleibt Schweizer Ursprung, auch wenn es ab Hamburg verschifft wird, und trägt den Schweizer Satz.
Daraus folgen zwei praktische Punkte. Erstens muss die Handelsrechnung für jedes Produkt das Ursprungsland nennen. Zweitens muss jeder Artikel, oder wo zulässig seine Verpackung, in der Regel mit dem englischen Namen des Ursprungslands gekennzeichnet sein, an einer Stelle, die der US-Käufer sieht. Das heißt „Germany“, „Austria“ oder „Switzerland“, nicht „Deutschland“; „Made in Germany“ erfüllt diese Form. Manche Käufer oder Banken verlangen zusätzlich ein Ursprungszeugnis der Kammer; klären Sie das vor dem Versand.
US-Zölle auf Waren aus Deutschland und der EU Stand Oktober 2026
Der US-Zoll auf ein deutsches Produkt setzt sich aus bis zu drei Ebenen zusammen. Prüfen Sie jede für Ihre HTS-Nummer, bevor Sie einen US-Preis festlegen.
- Der reguläre Zollsatz. Jedes Produkt hat einen Satz im Harmonisierten Zolltarif der USA (HTSUS). Da es kein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA gibt, zahlen die meisten Waren den allgemeinen Satz (MFN) ihrer Einreihung. Manche Sätze sind null, andere ein Prozentsatz des Zollwerts oder ein Betrag pro Einheit.
- Der Section-301-Zoll auf EU-Produkte. Seit 0:01 Uhr Ostküstenzeit am 24. Juli 2026 gilt für Produkte der Europäischen Union ein Section-301-Zoll (USTR-Bekanntmachung vom 28. Juli 2026). Für die EU ist er im Gesamtsatz von 10 % enthalten, nicht zusätzlich: Liegt der reguläre Satz unter 10 %, ergänzt der Section-301-Zoll ihn auf insgesamt 10 %; liegt er bei 10 % oder darüber, fällt kein Section-301-Zoll an. Die Bekanntmachung nennt die EU als eine Volkswirtschaft, Deutschland und Österreich also mit demselben Satz. In den Anhängen gelistete Produkte sind ausgenommen, und laut Factsheet des USTR sind Waren, die Section-232-Zöllen unterliegen, nicht erfasst.
- Section-232-Branchenzölle. Stahl, Aluminium und Kupfer samt Derivaten, Autos und Teile, Lkw, Holz und bestimmte Möbel, Halbleiter, Arzneimittel und weitere Kategorien haben eigene Section-232-Maßnahmen. Für den deutschen Maschinenbau ist das zentral: Laut GTAI belasten die Metallzölle auf zahlreiche Derivate einen großen Teil der Maschinenexporte. Diese Maßnahmen wurden mehrfach geändert, und 2026 kamen neue hinzu. Prüfen Sie die aktuelle Behandlung für jede Sendung; laufende deutschsprachige Berichte bietet die GTAI-Seite zur US-Handelspolitik.
Stand Oktober 2026: Der Supreme Court hat am 20. Februar 2026 entschieden, dass die 2025 auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhobenen Zölle rechtswidrig waren. Diese Zölle endeten, und damit auch die 2025 vereinbarten Sätze für die EU. Erstattungen laufen über CBP und kommen laut GTAI nicht automatisch: Der Importeur oder sein Zollagent muss sie beantragen. Ein befristeter Zuschlag nach Section 122 lief vom 24. Februar bis 24. Juli 2026. Seit 24. Juli 2026 gilt der Section-301-Zoll für EU-Produkte, soweit sie nicht ausgenommen sind, und Section-232-Zölle für bestimmte Produkte. Sätze und Ausnahmen können sich kurzfristig ändern; prüfen Sie HTS und die neuesten Bekanntmachungen vor jeder Sendung.
Zu den Zöllen kommen bei den meisten förmlichen Anmeldungen die Merchandise Processing Fee und bei Seefracht die Harbor Maintenance Fee. Geringer Wert bedeutet auch nicht zollfrei: Die De-minimis-Befreiung der USA ist seit 29. August 2025 für alle Länder ausgesetzt. Unser Ratgeber zu den Kosten eines Imports in die USA erklärt jede Gebühr und wie Sie eine Landed-Cost-Kalkulation aufbauen.
Rechenbeispiel (hypothetisch). Eine deutsche Marke für Küchen- und Haushaltswaren versendet eine Palette mit einem Zollwert von $20,000. Nehmen wir nur zur Veranschaulichung einen regulären HTS-Satz von 4 % an und keine Ausnahme vom Section-301-Zoll.
Regulärer Zoll: $20,000 × 4 % = $800. Section-301-Zoll: $20,000 × 6 % = $1,200, weil er den Satz auf insgesamt 10 % ergänzt. Zoll gesamt: $2,000, vor Merchandise Processing Fee, Harbor Maintenance Fee, Fracht und Abwicklungskosten. Läge der reguläre Satz bei 12 %, wären es $2,400 und kein Section-301-Zoll. Der tatsächliche Satz hängt von der Einreihung ab; deshalb bestätigt die Marke sie, bevor sie US-Preise nennt.
Österreich und Schweiz
Österreich ist EU-Mitglied: Für österreichische Produkte gilt Stand Oktober 2026 dieselbe Behandlung wie für deutsche, also der Section-301-Zoll mit insgesamt 10 % einschließlich des regulären Satzes, mit denselben Ausnahmen.
Die Schweiz ist nicht in der EU und hat in derselben USTR-Bekanntmachung einen eigenen Satz: Für Produkte der Schweiz ergibt der Section-301-Zoll zusammen mit dem regulären Satz 12,5 %. Liegt der reguläre Satz bei 12,5 % oder darüber, fällt kein Section-301-Zoll an. Auch hier sind gelistete Produkte und Section-232-Waren ausgenommen. Im Rechenbeispiel oben wären das bei 4 % regulärem Satz 8,5 % Section-301-Zoll, zusammen $2,500. Wie Schweizer Arzneimittel, Uhren oder Gold im Einzelnen behandelt werden, klären Sie für Ihre Nummer im HTS.
Die Schritte der US-Einfuhr nach der Ausfuhr
Auf US-Seite braucht jede gewerbliche Sendung einen Importeur (Importer of Record): die Partei, die für Anmeldung, Einreihung, Zollwert und Zölle verantwortlich ist. Ein deutsches Unternehmen kann selbst Importeur sein; die Anmeldung reicht dann meist ein lizenzierter Zollagent in seinem Auftrag ein. Alternativ kann Ihr US-Kunde Importeur sein.
- Vor der Verladung (nur Seefracht): Das Importer Security Filing (ISF, oft „10+2“ genannt) muss spätestens 24 Stunden vor der Verladung auf das Schiff in die USA eingereicht sein, auch bei LCL.
- Identität des Importeurs: Ein ausländischer Importeur ohne US-Steuernummer wird gegenüber CBP mit dem Formular CBP Form 5106 identifiziert. Es muss den tatsächlichen Standort des Unternehmens nennen, nicht die Adresse eines Zollagenten, Spediteurs, Registered Agent oder Postfachs. Seit 18. September 2026 sperrt CBP Importeursnummern, deren Angaben im Form 5106 falsch oder unvollständig sind.
- Zollbürgschaft und Anmeldung: Gewerbliche Sendungen über $2,500 brauchen in der Regel eine förmliche Anmeldung (formal entry) und eine Zollbürgschaft (customs bond). Die Anmeldung ist binnen 15 Kalendertagen nach Ankunft fällig und wird normalerweise vor der Ankunft eingereicht.
- Freigabe und Zahlung: CBP und Behörden wie die FDA prüfen die Anmeldung, beschauen die Ware gegebenenfalls und geben sie dann frei. Die geschätzten Zölle und Gebühren werden mit der Entry Summary hinterlegt.
Die Regeln für ausländische Importeure werden zudem strenger. Die Executive Order 14411 vom 3. Juni 2026 hat Beschränkungen für ausländische Importeure angeordnet, etwa bei vereinfachten Anmeldungen (informal entry) und Jahresbürgschaften; Stand Oktober 2026 sind sie angeordnet, aber noch nicht in Kraft. Prüfen Sie die aktuellen Regeln vor dem Versand. Hat Ihr Unternehmen keine US-Gesellschaft, behandelt unser Ratgeber zum Import und Verkauf auf Amazon USA ohne US-Firma den nicht ansässigen Importeur. Wie die US-Zollabwicklung Schritt für Schritt abläuft, erklärt unser Ratgeber so funktioniert die US-Zollabwicklung. Abanro übernimmt die Zollabwicklung für Sie als Teil derselben Sendung und kann in geeigneten Fällen als Importeur (Importer of Record) auftreten; was dazu gehört, lesen Sie unter Zollabwicklung.
Lebensmittel, Kosmetik und andere regulierte Waren
Manche Produkte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen mehr als eine Zollanmeldung. Planen Sie diese Schritte vor dem Versand, denn eine fehlende Registrierung führt meist zum Festhalten an der US-Grenze, nicht zu einer Verzögerung, die Sie unterwegs beheben können.
- Lebensmittel und Getränke: Betriebe, die Lebensmittel für die USA herstellen, verpacken oder lagern, müssen bei der FDA registriert sein; jede Sendung braucht eine Prior Notice vor der Ankunft, ein FSVP-Importeur muss benannt sein, und die Etiketten müssen US-Regeln folgen. Das Fenster für die Erneuerung der Registrierung 2026 schließt am 31. Dezember 2026. Für Bier, Wein und Spirituosen gelten zusätzlich Vorgaben der US-Behörde TTB. Den ganzen Ablauf beschreibt wie Sie Lebensmittel in die USA importieren.
- Kosmetik und Naturkosmetik: Nach dem Modernization of Cosmetics Regulation Act (MoCRA) müssen Betriebe, die Kosmetik für die USA herstellen oder verarbeiten, bei der FDA registriert sein, und die verantwortliche Person muss jedes Produkt listen. EU-Rezepturen und Etiketten brauchen für den US-Markt oft Anpassungen. Unser Ratgeber zum Import von Kosmetik in die USA behandelt die Sendungsseite.
- Spielzeug und Konsumgüter: Für Produkte unter einer CPSC-Regel stellt der Importeur ein Konformitätszertifikat aus, und seit 8. Juli 2026 müssen Importeure der meisten regulierten Konsumgüter diese Zertifikate elektronisch bei CBP einreichen.
- Weitere Kategorien: Funkprodukte brauchen eine FCC-Zulassung, Textilien eine FTC-konforme Kennzeichnung, und Produkte mit Lithiumbatterien unterliegen Gefahrgutregeln im Transport. Unser Ratgeber zu Chancen auf dem US-Markt für deutsche Exporteure nennt die wichtigsten Regeln je Branche.
Dokumenten-Checkliste für den Versand aus Deutschland in die USA
- Handelsrechnung auf Englisch: Verkäufer, Käufer, Importeur, klare Beschreibung jedes Produkts (was es ist und woraus es besteht), Menge, Stückpreis und Währung, Gesamtwert, Ursprungsland und die vereinbarte Incoterms-Klausel.
- Packliste Karton für Karton, mit SKUs, Mengen, Gewichten und Maßen, die zur Rechnung passen.
- Ausfuhranmeldung aus ATLAS (Österreich: ACCS, Schweiz: Passar) mit dem Ausgangsnachweis, dazu eine Ausfuhrgenehmigung, falls nötig.
- Transportdokument: Konnossement (Bill of Lading) bei Seefracht oder Luftfrachtbrief (Air Waybill) bei Luftfracht.
- ISF-Daten bei Seefracht rechtzeitig an den ISF-Anmelder.
- Angaben zum US-Importeur: Importeursnummer (CBP Form 5106 bei einem ausländischen Importeur), Zollbürgschaft und eine Vollmacht, die direkt mit dem Zollagenten unterzeichnet ist, der die Anmeldung einreicht.
- HTS-Einreihung für jedes Produkt bestätigt, mit einem Ursprung, den Sie belegen können.
- Behördenunterlagen, wo nötig: FDA-Registrierungsnummern und Prior Notice für Lebensmittel, MoCRA-Registrierung und Listung für Kosmetik, Prüfzertifikate für regulierte Konsumgüter.
- Ursprungskennzeichnung auf jedem Produkt oder seiner Verkaufsverpackung („Made in Germany“) und ein Ursprungszeugnis von IHK, Wirtschaftskammer oder Handelskammer, wenn der Käufer eines verlangt.
Wie Abanro beim Versand aus Deutschland hilft
Abanro ist ein Tür-zu-Tür-Logistikpartner für internationale Verkäufer: ein Partner von Ihrem Lager in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bis zu Ihrem Ziel in den USA. Wir holen die Ware in Ihrem Lager ab, übernehmen den internationalen Transport per See- oder Luftfracht und die US-Zollabwicklung als Teil Ihrer Sendung. Die Ausfuhrformalitäten auf Ihrer Seite, etwa die ATLAS-Ausfuhranmeldung, müssen vor dem Abgang erledigt sein; wir sagen Ihnen, was wir von Ihnen brauchen.
In Orange County durchläuft die Ware den Wareneingang mit Prüfung anhand Ihrer Packliste (Paletteneingang ab $15 pro Palette, Containerentladung ab $300 / $495 für 20 Fuß / 40 Fuß), danach Amazon-FBA-Vorbereitung (Standardvorbereitung ab $1.20 pro Einheit), Lagerung oder Weiterversand an Amazon, Einzelhändler und Kunden. Das sind Einstiegspreise; Details finden Sie auf unserer Preisseite. Internationaler Transport und Zollabwicklung werden für jede Sendung individuell angeboten.
Senden Sie uns Ihre Produktliste, die Abholadresse und das Ziel in den USA, und wir planen mit Ihnen Route, Zollabwicklung und Wareneingang.
Angebot für Ihre US-Sendung anfordernDieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Rechts- oder Zollberatung. Zollsätze, Ausnahmen und Behördenvorgaben ändern sich; prüfen Sie sie für Ihr Produkt und Ihre Sendung vor dem Versand.
Quellen und weiterführende Links
- Erläuterungen zum Export (ATLAS-Ausfuhranmeldung, EORI-Nummer, Ursprungszeugnisse), IHK Chemnitz
- ATLAS-Ausfuhr, Generalzolldirektion (Zoll online)
- Zollnummer (EORI-Nummer) beantragen, IHK Aschaffenburg
- Ausfuhrkontrolle, Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
- Umsatzsteuergesetz, § 6 Ausfuhrlieferung, Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de)
- Handelspolitik unter Trump: US-Zölle und Handelsmaßnahmen, Germany Trade & Invest (GTAI)
- Supreme-Court-Urteil zu IEEPA-Zöllen und Sec.-122-Zöllen (Stand 8. Oktober 2026), Germany Trade & Invest (GTAI)
- Ausfuhrverfahren (Stand 30. Juli 2026), Unternehmensserviceportal (USP), Bundesministerium für Finanzen, Österreich
- Exportdokumente (Ursprungszeugnis, Carnet ATA), Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKO)
- Passar: das neue Warenverkehrssystem, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
- Nicht-präferenzieller Ursprung, Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG)
- Exportkontrollen und Sanktionen, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
- Schweizerische Rheinhäfen, Port of Switzerland
- CMA CGM und ONE verlegen den Dienst California Bridge/AL5 nach Bremerhaven (29. August 2026), Container News
- China im Jahr 2025 wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands (Pressemitteilung Nr. 056, 20. Februar 2026), Statistisches Bundesamt (Destatis)
- Bremische Häfen: Zahlen und Fakten, bremenports
- Bericht zum Frachtaufkommen am Flughafen Frankfurt 2025 (16. Januar 2026), Börsen-Zeitung
- Bericht zum Containerumschlag im Hamburger Hafen 2025 (20. Februar 2026), trans.iNFO
- Bericht zu Koper, Hamburg und dem Schienengüterverkehr in Österreich (30. September 2026), Industriemagazin
- Bekanntmachung der Maßnahmen in Section-301-Untersuchungen zu verschiedenen Volkswirtschaften (91 FR 47318, 28. Juli 2026), US-Handelsbeauftragter (USTR), Federal Register
- Factsheet: Section-301-Maßnahme gegen 60 Volkswirtschaften (Juli 2026), US-Handelsbeauftragter (USTR)
- Harmonisierter Zolltarif der USA (HTSUS, Suche), US International Trade Commission (USITC)
- General Certificate of Conformity (Konformitätszertifikat), US-Verbraucherschutzbehörde für Produktsicherheit (CPSC)
- 19 CFR 134.11: Pflicht zur Ursprungskennzeichnung, US-Bundesvorschriften (eCFR)
- Importer Security Filing und zusätzliche Pflichten der Carrier (endgültige Regel, 25. November 2008), US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), Federal Register
- Richtigkeit der Importeursdaten gegenüber CBP (91 FR 53627, 19. August 2026), US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP), Federal Register
- Anhang zum Präsidialmemorandum: Kapitel 99 des HTSUS, U.S. Note 52, Weißes Haus
Quellen geprüft am